Gaming PC Set

veröffentlicht am 29. Juni 2016 in Allgemein von

Gaming PC Set – alles drin oder nichts dran?

In den Foren schlagen bei diesem Thema die Wellen hoch: Soll man sich ein Gaming PC Komplettset kaufen oder doch lieber den Rechner selbst bauen? Das Rundum-Sorglos-Paket mit Tastatur, Maus, Monitor und Rechner? Zu allermeist ist die Antwort klar: selbst bauen! Denn für das Geld, das PC Komplettsysteme kosten, könne man prima einen tollen Rechner im Eigenbau fabrizieren, so heißt es. Klingt einleuchtend, denn der Verkäufer des Gamer PC Set möchte schließlich auch etwas verdienen und diese Gewinnspanne könnte man sich als Selbstbauer sparen. Soweit die Theorie. Die Praxis sieht manchmal anders aus.

Top Gaming Pc Set

* am 19.03.2017 um 4:05 Uhr aktualisiert

* am 19.03.2017 um 3:57 Uhr aktualisiert

Gewinnspannen und Masse

Ein ganz kurzer Exkurs: In der Redaktion eines großen Computermagazins, bei dem der Verfasser dieses Artikels Redakteur war, war es nahezu schon eine Frage der Ehre, sich sein Gaming PC Set selbst zusammenzustellen. Der PC wurde natürlich ebenfalls komplett selbst gebaut. Bis eines Tages ein Prospekt eines Discounters die Runde machte, mit einem typischen Gamer PC Komplettset zu einem sehr guten Preis. Nun muss man wissen, dass Fachredakteure über ihre Beziehungen zu den Herstellern und Verkäufern mitunter Komponenten mit hohen Rabatten kaufen können. Trotzdem war es nicht möglich, den Preis für dieses Gaming PC Set durch Eigenbau zu unterbieten. Einhelliger Tenor der Fachredakteure damals: Bei dem Preis mache ich mir nicht mehr selbst die Arbeit. Soviel zur Praxis.

Einen Komplett PC günstig zu kaufen, kann manchmal die lohnendere Alternative sein. Der Grund ist einfach: Die Verkäufer als Massenanbieter bekommen von den Hardware-Herstellern exzellente Konditionen. Deswegen lohnt sich – wenn man einen Komplett PC kaufen möchte – grundsätzlich die Rechnung, was die Komponenten für den Privatmann kosten würden. Denn auch an HDDs oder Grafikkarten als Retail Exemplare wollen Verkäufer verdienen. Das addiert sich oft zu einer größeren Summe, als PC Komplettsysteme kosten würden. Sogar dann, wenn man lediglich Bulkware kauft.

Tipp: Einfach einmal ein Gamer PC Komplett Set – beispielsweise auf Amazon – heraussuchen und nachrechnen. In vielen Fällen wird man zu der bitteren Erkenntnis kommen, dass man selber zu diesem Preis das Gamer PC Set nicht zusammenstellen könnte. Trotzdem hat die Sache einen – oder vielmehr zwei – Haken.

Gamer PC Set – nach Wunsch oder à-la-carte?

Nicht immer lassen sich Systemkomponenten von PC Komplettsystemen vergleichen, wenn man ein Gaming PC Set kaufen möchte. Der Grund ist folgender: Oft fertigen Hardware-Hersteller für die Verkäufer von Gamer PC Sets leicht abgespeckte Versionen ihrer Hardware. So können beispielsweise bei der Grafikkarte ein paar Features fehlen oder das Board hat eventuell ein paar Anschlussmöglichkeiten weniger als die reguläre Retail-Version, der meist auch noch Kabel und oft noch Software beiliegen. Ein großer Unterschied ist es, wenn der Grafikchip auf dem Board fest verbaut ist. Zwar mag er identisch sein mit dem, den man auf einer separaten PCIe Karte kaufen kann, aber schlimmstenfalls nimmt er seinen Speicher vom vergleichsweise langsamen Systemspeicher. Spätestens dann leidet das Spielerlebnis und der Traum, einen Komplett PC günstig zu kaufen, ist ausgeträumt. So ein Rechner taugt als Business PC. Aber zu mehr auch nicht.

Auch die Peripherie, wie Monitor oder Tastatur können Spezialversionen sein, die so nie in den freien Handel gelangen, wenngleich dies eher selten ist. Auf jeden Fall lohnt es sich, genau zu vergleichen.

Ein weiterer Punkt ist, dass man bei einem Gaming PC Set keine Möglichkeit hat, die Komponenten selbst auszusuchen. Im Großen und Ganzen muss man sich mit dem zufrieden geben, was der Anbieter des Gaming PC Komplett Set verbaut hat. Exotische Komponenten oder außergewöhnliche Zusammenstellungen kommen dabei so gut wie nie vor. Das mag für Individualisten ein Grund sein, keinen Komplett PC kaufen zu wollen.  Je mehr High-End das Gaming PC Set sein soll, desto unwahrscheinlicher ist es, dass ein Anbieter genau die Wunschkombi anbieten kann. Wer also extrem genaue Vorstellungen hat, wenn er ein Gaming PC Set kaufen will, der wird möglicherweise mit den konfektionierten Angeboten nicht glücklich werden.

Möglicherweise aber auch nicht mit der Eigenkonstruktion. Jedem, der schon häufiger ein Gaming PC Set zusammengestellt hat, kennt den spannenden Moment: das Warten, ob sich das Betriebssystem (das man übrigens auch noch in die Kalkulation einrechnen muss) fehlerfrei installieren lässt. Und die Spannung, ob der Rechner nach dem Einspielen der neuesten Treiber auch noch hochfährt. Wer sich ein Gamer PC Komplett Set kauft, dem bleiben diese spannenden Momente erspart. Nervenkitzel Fehlanzeige.

Dass man bei Gaming PC Sets auch keine Möglichkeit hat, das Case oder die bevorzugte Gaming Maus auszusuchen, versteht sich von selbst. Die Wahl ist also die zwischen einem funktionierenden Gamer PC Set mit Garantie an dem man einzelne Komponenten gerne anders hätte oder dem selbst zusammengestellten Rechner, der Arbeit verursacht (zugegeben: das macht Spaß) und erst noch funktionieren muss.

Was muss sein, was nicht

Wer ein Gaming PC Set kauft, tut dies, weil er damit Arbeit und möglicherweise sogar Geld spart. Aber nicht alle Gaming PC Komplett Sets verdienen ihren Namen wirklich. Da wird oft an der CPU gespart oder HDD und RAM sind zu schmalbrüstig. Was also sollte ein Gamer PC Komplett Set können? Da hier andernorts schon die Rede davon war, wie ein Spielerechner aussehen sollte, hier nur ein kurzer Abriss. Zur Peripherie, also Maus, Tastatur und – am wichtigsten – Monitor, kommen wir später.

Grafik: Moderne Spiele fordern eine Grafikkarte bis zum Äußersten. Ein zeitgemäßer Grafikchip sollte also vorhanden sein. Ab einer Nvidia GForce GTX 960 oder einer Radeon R9 380 fangen Spiele an, Spaß zu machen. Darüber auf jeden Fall, darunter zwar manchmal auch, aber die Zeit und die Anforderungen schreiten weiter. Und morgen will man auch noch etwas Spaß haben, selbst wenn man den Komplett PC günstig erstehen konnte. 2 GB GDDR5 darf die Grafikkarte haben, dann kommt langsam Freude auf.

CPU: Der Intel Core i5 6500 beispielsweise bietet gute Leistung und hat ausreichend Reserven. Der AMD FX 8350 des Konkurrenzunternehmens macht ebenfalls eine brauchbare Figur. Alle, was besser ist, fördert den Spielspaß ungemein. Egal, welcher Prozessor im Gehäuse werkelt: Wichtig ist zuallererst, dass er gut gekühlt wird.

HDD und RAM: Hier können wir es kurz machen. 1 TB sollte die Festplatte haben (bevorzugt ein Schnelldreher) und 8 GB RAM sollten mindestens verbaut sein. Beides allerdings lässt sich einigermaßen günstig nachrüsten. Da entscheidet die Gesamtkalkulation, wenn man ein Gaming PC Set kaufen möchte.

Mainboard: Auch ganz kurz abzuhandeln. Idealerweise ein renommierter Hersteller wie Asus oder Gigabyte (und natürlich noch viele andere). Dazu anschlussfreudig und mit Optionen zum vernünftigen Übertakten.

Soviel zur Hardware. Aber das betrifft jetzt erst einmal den Rechner alleine. Sicherlich das wichtigste Stück. Aber zu einem Gaming PC Set, zu einem PC Komplettsystem gehören noch ein paar andere Sachen. Und da kann es richtig spannend werden.

Alles, was dazu gehört

Hier trennt sich oft die Spreu vom Weizen. Was man als Gaming PC Set kaufen kann, besteht sehr häufig aus einem halbwegs vernünftigen Rechner. Wenn allerdings die Peripherie lieblos dazugeworfen ist, kann aus dem Gaming PC Set Schnäppchen schnell ein teurer Kauf werden. Dann nämlich, wenn beispielsweise der Monitor zwar groß ist – aber leistungsschwach in Sachen Reaktionszeit. Wenn das Bild bei schnellen Bewegungen matschig wird, macht Spielen wenig Spaß. Und dann ist da noch die Sache mit der Auflösung und der Bildwiederholrate. Wenn man von seinem Gaming PC Set nicht mehr verlangt als 60 Hz Wiederholrate, dann kommt man auch noch mit etwas angejahrten Exemplaren über die Runden, falls die Spiele nicht mehr als 60 FPS verlangen. Spitzenmonitore aber haben Wiederholfrequenzen von weit über 100 Hz, dazu zwangsläufig ultraschnelle Pixelschaltzeiten. Hier gilt es genau aufzupassen: Wenn im Gaming PC Komplettset nicht alle Komponenten auf dem gleichen Leistungsstand sind, kann das ein Problem sein. Was nützt eine Power-Grafikkarte, wenn der Monitor lange vor der Grenze die Grätsche macht?

Dasselbe gilt für die Auflösung: 24-Zöller lösen meist 1920 x 1080 auf. Damit kann man leben. 27-Zöller gibt es auch noch genug, die ebenfalls nur Full-HD auflösen. Aber da geht mittlerweile mehr. Nicht alleine die Größe des Monitors entscheidet, wenn man einen Komplett PC kaufen will, sondern dessen Leistungsfähigkeit. Es hat seinen Grund, warum Monitore selbst in der 24-Zoll-Klasse von 110 bis über 2000 Euro angeboten werden. Die Besten schaffen eine Auflösung von 3840 x 2160. Aber selbst in dieser Klasse variieren die Schaltzeiten von 5 ms bis zu etwa 14 ms. Nicht alleine der Preis ist ein Kriterium. Bereits in der so genannten Mittelklasse finden sich Monitore, mit denen man ausgezeichnet spielen kann. Deswegen sollte man sich den Bildschirm eines Gaming PC Set genau ansehen und die Werte im Netz mit denen anderer Monitore vergleichen. Was für Business gut genug ist, reicht nicht unbedingt für den Zocker. Hier ist das Einsparpotenzial für die Verkäufer groß. Oder es offenbart sich einfach nur, dass diese das Set lieblos zusammengestellt haben. Dann sollte man Abstand nehmen von diesem Angebot.

Dasselbe gilt sinngemäß für die Maus. Mäuse für Gamer sind teuer. Aber wenigstens nicht so teuer, dass man bei einem ansonsten guten Gaming PC Komplett Set sich nicht überlegen könnte, diese nachzukaufen. Mäuse und Tastaturen sind eine hochpersönliche Angelegenheit und es gibt nicht wenige, die seit Jahren mit demselben Equipment unterwegs sind, obwohl es vielleicht nicht einmal sonderlich ergonomisch ist – schlicht aus Gewohnheit. Dies sind die Fehler, über die man am ehesten noch hinweg sehen kann. Einfach deshalb, weil hier sehr stark der Geschmack entscheidet. Rechner und Monitor allerdings müssen gewissen Standards genügen.

Top Gaming Pc Set

* am 19.03.2017 um 4:05 Uhr aktualisiert

* am 19.03.2017 um 3:57 Uhr aktualisiert

Großes oder kleines Glück?

Kann man mit vorkonfektionierten Gaming PC Set glücklich werden? Ja, kann man! Denn unter den vielen Angeboten ist sicherlich eines dabei, das in etwa den Ansprüchen genügt. Besonders Einsteiger sind unter Umständen besser beraten, zu einem fertigen Set zu greifen, um Risiken aus dem Weg zu gehen. Ganz wichtig: PC Komplettsysteme sind ein Kompromiss. Wie gut der gelungen ist, darüber geben andere Käufer Auskunft. Auf Amazon etwa sollte man die Kommentare der verifizierten Käufer genauestens auswerten und dann überlegen, ob das System für einen passt. Je geringer die eigenen Ansprüche, desto größer die Auswahl an brauchbaren Systemen. Kommentare, die nicht von verifizierten Käufern stammen, blendet man am besten aus. Niemand weiß, ob es sich dabei um Gefälligkeiten oder (auf der anderen Seite) nur gehässige Posts der Konkurrenz handelt.

Wenn man viel Erfahrung hat und ein echter Hardcore Zocker ist, und seinen Rechner unbedingt in einen V8-Motorblock einbauen will, dann wird es auf dem Markt keine Lösung geben. Ebenso sind spezielle und exotische Hardware-Kombinationen kaum auf dem Massenmarkt erhältlich. Ob das immer Sinn macht, ist eine andere Frage. Denn das Angebot ist so breit, dass auch Spitzenleister verfügbar sind, wenn man ein Gaming PC Set möchte. Und preislich (siehe oben) rechnet es sich nicht unbedingt, sein eigenes Set zusammenzustellen, wenn es Vergleichbares auf dem Markt gibt.

Wer hat also Recht? Die Puristen, die von Komplettsystemen abraten oder die Pragmatiker, die solche Systeme bevorzugen? Wohl beide. Was aber niemandem erspart bleibt, ist, die Komponenten im Gaming PC Set vor dem Kauf genau abzuchecken. Dann kann ein solches System ein Volltreffer sein.

 


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