veröffentlicht am 5. April 2016 in Hardware von

Selbst ist der Gamer – lohnt sich der Eigenbau-PC?

Der Fall scheint klar: Man nehme alle Komponenten für den ganz individuellen Spielerechner, baue sie zusammen und schon hat man im Handumdrehen die Mördermaschine und dazu Geld gespart. Do-it-yourself ist kostengünstig, einfach und das Produkt ist einzigartig. Aber stimmt das wirklich alles? Warum sollte man sich einen Gaming PC selber bauen? Oder warum eher nicht?

Wundertüte

Wer sich einen Gaming PC selber bauen will, der ist natürlich bestrebt, die besten Komponenten für seinen Zweck in einem Gehäuse zu vereinen. Das müssen nicht immer die leistungsstärksten sein, denn oft geht es darum, einen Rechner zusammenzustellen, der gute Performance zum kleinen Preis bieten soll. Also sucht man Board, CPU, Grafikkarte, RAM, HDD und SSD und all die anderen Teile zusammen, die den Anforderungen entsprechen. In der Hoffnung, dass alles zusammen reibungslos funktioniert.
Und hier zeigen sich gerne erste Probleme: Die Grafikkarte, die auf dem Papier so gut aussieht, ist in Realität ein Underperformer, weil sie vielleicht mit der BIOS-Revision des Boards nicht zurecht kommt. Der Lüfter ist in Wirklichkeit viel lauter als beschrieben und die CPU macht eventuell beim Übertakten auf diesem Board Zicken.

Spaß an Problemen?

Will man sich einen Gaming PC selber bauen, ist man vor Überraschungen nie so ganz sicher. Hier helfen die zahllosen Foren in Internet, denn zu jedem Produkt finden sich dort meist qualifizierte Meinungen. Was man allerdings nicht immer findet, ist, wie Komponenten zusammen agieren – die Möglichkeit der Kombinationen ist einfach zu groß.
Einen Gaming PC selber bauen sollte man nur, wenn man auch über die nötigen Kenntnisse verfügt. Zusammenbau und Konfiguration sind immer mit ein paar Problemen behaftet, deren Lösung oft zeitaufwändig sein kann. Auf der anderen Seite bringt es erheblichen Gewinn an Wissen und eine große Erweiterung des Horizonts, wenn man den Gaming PC selber bauen kann. Die eigene, ultimative Spielmaschine in einem abgefahrenen Gehäuse – das ist einzigartig und ganz individuell. Und ja: Basteln kann auch Spaß machen.

Von Nutzen und Kosten

Getrost begraben allerdings darf man den Traum, dabei auch noch günstiger davonzukommen. Fast alle, die ihren Gaming PC selber bauen, müssen diese Erfahrung machen: Rechnet man, was identische Komponenten eines fertigen PCs einzeln für den Privatmann kosten, dann stellt man oft ernüchtert fest, dass man diese Maschine zu diesem Preis nicht selbst zusammenstellen kann. Rechnet man die Zeit für den Zusammenbau als Arbeit und nicht als Freizeitvergnügen, verschlechtert sich die Nutzen-Kosten-Bilanz noch einmal erheblich. Und dann hat man auf das fertige Produkt noch nicht einmal Garantie, wie bei den Anbietern fertiger Systeme üblich.
Wer seinen Gaming PC selber bauen will, bekommt beim Einkauf der Komponenten kaum die Konditionen professioneller Hersteller. Weder beim Preis noch bei besonders angepassten Spezialanfertigungen für Boards oder Karten, die perfekte Funktion garantieren. Aber es gibt einen Weg zwischen beiden Extremen. Man muss nicht den ganzen Gaming PC selber bauen – auch ein fertiger Spielerechner bietet genügend Möglichkeiten (Garantiebedingungen beachten!), ein bisschen zu tunen und nachzurüsten.

Vor- und Nachteile

Gaming Rechner selber bauen:

+ Gewinn an Wissen und Erfahrung
+ individuelle Gestaltung
+ ungewöhnliche technische Lösungen möglich
– meist teurer
– weder Garantie noch Service
– Fachkenntnisse nötig
– unvorhergesehene Probleme mit Komponenten

Gaming Rechner kaufen

+ Garantie und Service
+ Komponenten aufeinander abgestimmt
+ meist billiger
+ läuft sofort ohne Mehraufwand an Zeit
– nicht individuell
– weniger Auswahl der Komponenten möglich


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